In der Schweizer American-Football-Szene herrscht hinter den Kulissen emsiges Treiben: Verschiedene Vereine werkeln an einer neuen Ausländer-Regelung - eine direkte Reaktion auf den Schweizer Meistertitel der Calanda Broncos.
Im Juli haben die Calanda Broncos zum zweiten Mal nach 2003 den Schweizer Meistertitel gewonnen. Viele Schweizer Vereine stiessen sich daran, dass die Broncos im Verlauf der Saison acht Import-Spieler einsetzten, zum einen drei Amerikaner (Running Back Greg Jones, Receiver Aaron James und Linebacker Holsey James), zum andern mehrere europäische Topspieler (wie Tight End Bob Van der Meji) und auch Doppelbürger - wie die Kanada-Schweizer Quarterback Marko Glavic und Lineman Tommy Buchmann. Im Antrag wird dann auch begründet, dass das Regelemnt zuviele Profi-Spieler erlaubt "mit der Konsequenz, dass dadurch die Meisterschaft verzerrt wird". Schliesslich, so die Begründung des Antrags an die Football-Delegierten der Schweiz, "spielen wir in einer Amateur-Liga". Ein Blick in die Vergangenheit zeigt nun aber, dass es in der Schweizer NLA schon seit den 90er Jahre Teams mit mehreren Importspieler gab, sei es nun aus den USA, aus Deutschland oder schlichtweg auch von anderen Schweizer Teams (wie im übrigen in allen anderen ambitionierten Sportarten. Ein Blick auf die letzten vier Jahre, als es in der Schweiz - trotz der bisherigen, nach Ansicht einiger Exponenten "ungerechten Regelung" - immerhin vier verschiedene Champions gab:
- 2006, als Winterthur den Meistertitel holte, figurierten während der Saison fünf reine Amerikaner im Kader der Warriors (Joel Gordon, Marlin McKinney, Jermaine Adamson, JC Williams, David Korsun), dazu kamen sechs Söldner der Broncos (Martin Seiler, Samuel Koch, Marco Gallina, Thomas Müller, Harry Loibner, und der als Schweizer geltende Amerikaner Paul Hayes) sowie "Europäer" wie der türkisch-österreichische Ünal Yldirim - mit einer ähnlichen "Startruppe" erreichte Winterthur im Jahr nach dem Meistertitel 2007 auch internationale Beachtung, als man im Efaf Cup den Halbfinal erreichte.
- 2007 wurden die Bern Grizzlies Meister, wobei sie drei Amerikaner im Kader führten - so auch League MVP Shad MacLachlan (Defense) und Runner Up Reed Gottula (Quarterback), die massgeblichen Anteil am Titel hatten. Dazu sorgten die Grizzlies vor Saisonbeginn für Aufsehen, als sie rund ein halbes Dutzend Spieler der aufgestiegenen Thun Tigers an Bord holten, so auch der heutige Spielmacher Marcel Niklaus. Die Grizzlies wurden damals Meister, die Thun Tigers ihrerseits stiegen sang- und klanglos ohne Sieg wieder in die NLB ab.
- 2008 ging der Meistertitel an die Zürich Renegades zurück, das erfolgreichste Team des letzten Jahrzehnts. Auch die Renegades scheuen sich nicht davor, Importspieler an Land zu holen. Dieses Jahr beispielsweise führten die Zürcher in ihrem Kader mit den Quarterbacks Fabian Munoz und Chris Joseph zwei nordamerikanische Spielmacher, dazu kommen der schweizerisch-amerikanische Spielertrainer Chris Winter, auf dem Efaf-Roster zusätzlich der US-Running Back Keith Greer. Ebenfalls wurde schon vor Saisonbeginn die Transfer von Tino Gasser von Winterthur sowie der beiden Deutschen Mitch Henschel und Michael Langholz nach Zürich vermeldet. Selbst während den ersten Jahren des neuen Jahrtausends, als die Renegades vier von fünf Titeln holten, spielten Imports in Zürich stets eine bedeutende Rolle, so beispielsweise mit verschiedenen US-Quarterbacks und Defense-Spielern oder auch dem in einer Schlüsselrolle spielenden Ex-Bronco Ramon Werner.
Schweiz bereits mit der strengsten Importregel Europas
Kleinere Klubs mit nur einem Importspieler hatten es bereits in den 90er Jahren schwer, um den Meistertitel mitzuspielen. Trotzdem wurde das Import-Treiben zuletzt vor allem jenen Vereinen zu bunt, die nicht mehr ganz vorne mitspielten, und so revidierte man die Ausländerregel bereits auf diese Saison hin: US-Doppelbürger galten nur dann noch als Nicht-US-Spieler, wenn sie einen europäischen Pass vorweisen konnten. Die Saison 2009 zeigte, dass diese neue Regel überhaupt nichts brachte, dafür aber den Schweizer Top-Klubs im Efaf-Cup schadete - da in den anderen Euro-Ländern diese Regeleinschränkungen nicht bestanden. Zudem wollte man schon letztes Jahr die Importregel nicht mehr ausschliesslich auf Nationalitäten beschränken, sondern auf den Fakt, ob ein Spieler in den USA College Football gespielt hatte. Bereits an der letzten Delegiertenversammlung kamen die Vereine zum Schluss, dass dieses Kriterium rechtlich nicht haltbar ist. Ausserdem stellte man fest, dass es für den Footballsport in der Schweiz unsinnig ist, die eigentlichen "Experten" aus den USA mittels Reglement auszuschliessen. Dazu konnte auch eine ganze Reihe von technischen Fragen nicht beantwortet werden, so beispielsweise, wie College Football definiert ist: Betrifft dies nur Spieler, die ein Football-Stipendium erhielten? Was ist mit Walk Ons, die in tieferen Ligen über teils wenig spielerische Qualität verfügen? Was ist mit Spielern, die nur trainieren, aber nie einen Einsatz hatten? Was mit Junior-College-Spielern? Was mit NAIA-Spielern, die nicht dem College-Verband NCAA unterstehen? Gilt die Regel nur für College Football in den USA - oder auch für Kanada, Mexiko, Japan? Was mit Spielern, die "nur" High School, aber nicht im College (wie beispielsweise Renegades-Spielertrainer Chris Winter) spielten? Und solchen, die nie College Football, aber dafür in einer Semi-Pro-Liga dabei waren? Was ist mit Schweizern/Europäern, die in den USA in einem College-Team standen? Und wer soll die Vergangenheit dieser Imports überprüfen? Und wie?
Wer hat Angst vom bösen Bronco?

2009 wird nun ein neuer Antrag in die Richtung versuchen, die Schweizer Top-Teams zu senkeln - nicht wie lange gemunkelt von Bern/Biel, sondern aus Zürich. Die Renegades würden von der neuen Regel zweifellos stark profitieren, würden doch beispielsweise Spieler wie Chris Winter, Joel Arsens, Michael Langholz, Mitch Henschel einen mehr oder weniger eleganten Hürdenlauf durch die neue Regel-Formulierung nehmen und so auch in Zukunft als Non-Import spielen können. Nicht nur die College-Regel wird nochmals zur Abstimmung kommen, die Import-Regeln sollen zudem weiter verschärft werden. Auslöser dieser Polemik ist - wie von einem Vereinsvertreter bestätigt - "Angst" vor den Broncos. Die Drohungen in Richtung der Broncos haben in den letzten Wochen absurde Ausmasse angenommen: Drastische Massnahmen (sprich: Auschluss aus dem SAFV) wurde den Bündnern angedroht, von anderer Seite wurde angefragt, warum die Broncos sich nicht der Österreichischen Football-Liga anschlössen. Dass die Broncos nicht die ersten sind, die vor einer Saison mehrere Spieler verpflichteten (siehe oben), wird dabei vergessen. Denn dass die Broncos "nur" wegen den Söldnern Meister wurden, ist eindeutig falsch. 2006 und 2007, vor dem NLA-Aufstieg, standen die Bündner bereits ohne einen einzigen Importspieler im NLB-Final (und damit auch mit "nur" Einheimischen an der Schwelle zur Schweizer Spitze). 2008 stand man mit diesem Team bereits im Swiss Bowl - mit nur zwei amerikanischen Verstärkungen. Unerwähnt bleibt auch, dass die Broncos eines der erfolgreichsten U19-Teams der letzten Jahre aufgebaut haben (2006-2008 jeweils Dritter, 2009 Zweiter) und immer wieder junge Spieler in die erste Mannschaft einbauen konnten. Die unglaublichen Drohgebärden in Richtung des seit fast 20 Jahre stabil im SAFV einsitzenden Bündner Klubs zeigen aber, dass vielerorts Panik herrscht über die Stärke der Bündner, obwohl die Resultate im vergangenen Jahr meist eine andere Sprache sprachen: Die Liga war so ausgeglichen wie nie zuvor. Dass die Broncos mit ihrem Engagement in der letzten Saison auch dem Schweizer Football einen Dienst erwiesen haben, spielt hier auch keine Rolle - so lockten die Bündner mehr Zuschauer an ihre Heimspiele als alle anderen Schweizer Teams (ausser vielleicht Winterthur), zudem stellten die Broncos in Eigenregie die erste Live-Übertragung des Swiss Bowls im TV sicher und engagieren sich nun auch für die Zusammensetzung im neu zu bildenden Schweizerischen American Football-Verband. Dass die Ressourcen, die die Broncos in den Schweizer Football reinstecken, allen Klubs Nutzen bringen kann, wird von den Initianten übersehen. Ganz nach dem Motto: Wenn wir uns selbst im Vergleich zu den andern Klubs mit dieser Regelung weniger schwächen, kommen wir der Spitze näher.
Dass nun selbst mit drastischen Massnahmen wie einem Ausschluss unterschwellig gedroht wird, ist bedenklich und zeigt, dass die Klubs - entgegen ihren Beteuerungen - nicht das Interesse der Schweizerischen American Football, sondern einzig und allein die ihres eigenen Klubs im Auge haben. Die neuen vorgeschlagenen Regelungen zielen eindeutig auf eine Schwächung der Broncos, wie die folgenden Import-Regeln (die am 21. November an der Delegiertenversammlung des SAFV zur Abstimmung stehen) zeigen.
Zwei rechtlich unhaltbare Forderungen
1. Die College-Football-Regel: Wie bereits letztes Jahr abgelehnt wird ein neuer Versuch unternommen, Spieler mit College-Football-Erfahrung als Importspieler zu deklarieren. Dass eine solche Überprüfung nur schwer möglich ist, wurde bereits ausführlich dargelegt. Der Antrag der Initianten lässt die Antwort auf diese Frage offen, indem sie Profis schwammig als Spieler bezeichnen, die "im Ausland auf mit College Football vergleichbarem Niveau oder höherem Niveau spielberechtigt waren." Diese unklare Aussage lässt Spielraum für alle möglichen Interpretationen und ist deshalb völlig sinnlos - endlose Diskussionen über das "vergleichbare Niveau" wären vorprogrammiert und würde zu noch mehr Unsicherheit führen. Dass eine solche Regelung auch unsinnig ist, zeigen folgende Beispiele: Unter einem solchen Passus wäre beispielsweise Marko Glavic, der mittlerweile in Graubünden wohnt und arbeitet, Importspieler und nicht mehr Schweizer (obwohl er einen Schweizer Pass besitzt und den man im SAFV auch gerne in der Nationalmannschaft als Schweizer behandelt). Gerade in Fällen wie bei Glavic will man nun aber Kompromisse eingehen: So sollen Spieler, die bereits letzte Saison als Nicht-Imports galten, nicht als Profis deklariert sein. Mit dieser "Grossvater-Regel" will man den Antrag schmackhafter machen, das Ziel ist aber klar, solche Fälle mit der Zeit auszurotten. Die College-Football-Regel führt aber auch dazu, dass auch Schweizer wie der St.Galler Pjotr Krasnicki (ehemaliger Viper und heute Quarterback des St.Galler Flagfootball-Teams), der im Santa Monica College ein Semester gespielt hat, plötzlich Import-Status hätte. Das Bemühen von Vereinen wie den Broncos, junge Ausnahme-Spieler für ein Austauschjahr in einem US-College zu platzieren, würden plötzlich kontraproduktiv - da sie dann nach ihrer Rückkehr plötzlich Importstatus hätten. Dass das Ganze auch rechtlich nicht haltbar ist, ist ein ganz anderes Thema, und man muss sich schon fragen, warum in anderen Sportarten ausschliesslich Regeln bestehen, die ähnlich und im Sinne der heutigen Football-Regeln bestehen. Nehmen wir das Beispiel Eishockey, wo ein Import ein ähnlicher Faktor ist wie im Football: Die Voraussetzungen der Klubs sind wie auch im Football unterschiedlich (sowohl was Budgets, geographische Ausgangslage, öffentliches Interesse etc. betrifft). Doppelbürger im Eishockey sind ebenso begehrt wie im Football. Dies ist der Grund, warum es eine mehr oder weniger professionell geführte höchste Liga gibt (NLA) und tiefere Amateurligen - wie bisher im American Football auch.
Weiterhin in Kraft bleiben soll die Regel, dass Spieler, die schon fünf Jahre ununterbrochen beim SAFV engagiert waren, weiter als Schweizer gelten. Damit würde man bei einer Annahme aber weiterhin die Tür offen lassen, auf lange in der Schweiz lebende US-Spieler wie Paul Hayes, Peppe Moore oder Matt Hammer "Jagd" zu machen - ganz im Gegensatz zum hochgepriesenen Ziel der Initianten, solche Transfers zu unterbinden. Ein Slalomlauf, um den Antrag salonfähig zu machen.
2. Die 100-km-Regel: Zusätzlich zur College-Regel haben sich die Initianten eine neue Regel zurechtgelegt, mit der Football "gerechter" werden soll: So soll ein Spieler neu automatisch ein Importspieler werden, wenn er die letzten vier Monate vor Lizenzausstellung nicht in einem Radius von 100 Kilometern zum Klubort gelebt hat. Damit soll bezweckt werden, dass Spieler nicht einfach europäische Topspieler verpflichten. Diese Regelung, die gerecht sein soll, schreit geradezu nach Ungerechtigkeit: So wird beispielsweise ein Spieler von Zürich, der bei den Broncos spielen möchte, automatisch zum Importspieler. Dies beträfe auch Spieler der Broncos, die in Zürich studieren, aber weiter bei ihren Kollegen in Graubünden spielen wollen - was es jedes Jahr gibt, da es in Chur keine Universität gibt. Dies führt zum unumstösslichen Fakt, dass jeder Spieler eines Schweizer Vereins (ausser von Luzern und St.Gallen), der zu den Broncos wechseln möchte, das Import-Kontingent der Bündner belasten würde. Auf der anderen Seite hätte beispielsweise Bern weiter die theoretische Gelegenheit, sich aus einem Pool von Spielern von Teams wie Thun (wie 2007 gesehen), Biel oder auch Basel zu bedienen - ohne dass dies "Imports" wären (wie 2007 geschehen). Die Karte unten zeigt, wie "fair" diese neue Regelung ist.
Liebe Initianten, Gerechtigkeit sieht anders aus, und die Glaubwürdigkeit solcher Schlagworte gehen mit solchen (hinter)listigen Vorschlägen vollends den Bach runter. Man fördert den Football-Sport nicht, in dem man ein anderes Team mit Regelungen auszuschalten versucht. Schwer wiegt zweifellos auch das Argument, dass auch diese Regelung rechtlich schlichtweg nicht verhebt (auch kaum in unserem Dachverband Swiss Olympic). Dazu kommt die Frage nach der Kontrolle und der Überprüfung - dieser Passus dürfte zu einer Bürokratie führen, die dem neuen SAFV-Verband nicht zuzumuten ist.
Motivation "Eigeninteresse" statt "Gerechtigkeit"
Quasi als Kompensation für die Einschränkungen sollen dafür in Zukunft zwei Imports gemäss diesen beiden Regelungen erlaubt sein. Fazit: Der Schweizer Football soll gereinigt werden, ausser den beiden offiziellen Importspielern sollen faktisch keine weiteren Imports erlaubt sein. Ausser natürlich - wie im Fall der Deutschen Michael Langholz und Mitch Henschel in Zürich - , wenn sie beispielsweise in Zürich studieren und demzufolge fix dort wohnen - dann wäre es ja kein Import. Auf der Gegenseite wäre Marko Glavic, der Schweizer ist und in Graubünden wohnt und arbeitet, nächste Saison bei den Broncos kein Importspieler, wenn er dann aber mit seinem Schweizer Pass zu einem anderen Schweizer Team wechseln würde, gleich ein doppelter Profi (wegen der Distanz zum nächsten Team und wegen seinem College-Football-Status). Es ist offensichtlich, dass diese Regelungen ein Flickwerk ist. Man versucht etwas durchzuzwängen, implementiert Ausnahmen und Sonderregelungen, um Goodwill zu erzielen, ohne auch nur im Geringsten zu berücksichtigen, ob sie rechtlich "verheben" oder nicht oder ob sie zum Wohl des Schweizer Footballs sind. Auch nicht, dass kein einziges andere europäische Football-Land eine solche Regel hat und sich alle an einer einheitlichen Regelung - im Sinne des Status Quo in der Schweiz - orientieren.
Die Initianten haben sich Gerechtigkeit auf die Fahnen geschrieben. Dieses Schlagwort ist eine Farce: Die Broncos verfügen über ein x-fach kleineres Einzugsgebiet als beispielsweise Zürich, Bern oder Basel. Dies bedeutet nicht nur massiv längere Reisen zu allen Auswärtsspielen, sondern auch 50- bis 100-Mal weniger potenzielle Spieler und Sponsoren. Die Aussage, es gäbe dafür auch weniger Konkurrenz in Graubünden, ist ein Witz. Auch in den Bergen gibt es in jedem Dorf einen Fussballklub, dazu in jeder grösseren Siedlung einen Unihockeyklub - dazu kommen (im Gegensatz zu Regionen vieler anderer Footballklubs) äusserst beliebte Vereine wie Schwingklubs, Ski- oder Eishockeyteams. Vielleicht müssten sich die Klubs eher mal fragen, wie sie wachsen könnten. Wie die Begeisterung in der Region geweckt werden kann - dann würde es vielleicht auch mit den Sponsoren klappen. Football ist ein grandioser Sport, der vor allem Junge anlockt. Aber man muss es halt auch machen. Stattdessen werden nun Regelungen ins Auge gefasst, die unbestrittenermassen eine Herabsetzung des Spiel-Niveaus zur Folge haben - eine beispiellose Nivellierung gegen unten. International lässt sich mit diesen neuen Regelungen zweifellos nichts mehr ausrichten, auch wenn die Initianten gerne schönfärberisch von langfristigen Zielen sprechen. Wenn man aber das europäische Niveau "langfristig" anschaut, dann zeigt es sich, dass die grössten Namen im Sport in den letzten 20 Jahren diejenigen geworden sind (Bergamo Lions in Italien, die Tyrolean Raiders in Österreich oder die Berlin Adler in Deutschland, um nur einige zu nennen), die zu einer offenen Import-Politik gestanden sind statt sich einzuigeln (vom entsprechenden Medien- und Publikumsinteresse ganz zu schweigen). Andere Football-Länder, die "isolationistischer" agieren (wie beispielsweise Belgien, die meist auf eine Teilnahme im Europacup verzichten), sind in den letzten zehn Jahren hingegen in der Wahrnehmung und auch in der Qualität völlig in der Versenkung verschwunden. Ist das wirklich der Weg, den der Schweizer Football gehen soll?
Broncos bieten Hand zu "Gentlemans Agreement"
Ein weiterer Affront in Richtung der Broncos ist der geplante Zeitpunkt der Einführung der neuen Regeln: Bereits auf die Saison 2010 hin sollen diese umgesetzt werden, so dass zahlreiche bisher getätigten Vorbereitungen hinfällig würden. Bereits unterschriebene Verträge würden zu rechtlichen Folgen führen - ein Umstand, der den Initianten der neuen Regelungen (trotz ihrem Credo, den Schweizer Football fördern zu wollen) gleichgültig ist. Im Gegenteil: Wie bereits erwähnt ist für einige der Schaden eines Vereins ein Gewinn für den eigenen. Bestraft würden jene Klubs, die sich schon im Herbst um die Vorbereitung der neuen Saison kümmern, belohnt solche, die damit erst im Januar oder Februar beginnen - Plauschliga, wir kommen! Die Broncos haben deshalb (wie bereits 2008, als der Antrag knapp abgelehnt wurde) den Antrag eingereicht, dass sämtliche Regelungen im Ausländer-Reglement jeweils erst auf die übernächste Saison hin aktiv werden. Dass die Broncos durchaus bereit sind, an einer gemeinschaftlichen Lösung mitzuarbeiten und auch Konzessionen einzugehen, hat der Vorstand in den letzten Wochen signalisiert. Ein noch auszuarbeitendes "Gentlemans Agreement", das auch rechtlich verhebt, ist ab der Saison 2011 für die Broncos denkbar.
Die Missgunst verschiedener Klubs ist aber mittlerweile offenbar so gross, dass die Calanda Broncos sozusagen zum Abschuss freigegeben werden - im Sinne des "Schweizer Footballs". Bleibt abzuwarten, welche Vereine bei diesen üblen Machenschaften mitspielen - eine Annahme dieser einseitig zurechtgeschneiderten Regeln dürfte auf jeden Fall gravierende Folgen nach sich ziehen. Sowohl für den neu zu bildenden SAFV, der sich gleich in ihrem ersten Amtsjahr auf rechtliches Glatteis begeben muss, als auch für die Broncos, die sich ernsthaft um die Zukunft ihres Vereins sorgen müssten. Immerhin darf aber noch gehofft werden, dass die Mehrheit der Schweizer Delegierten am 21. November diesen ungerechten und sinnlosen Antrag ablehnen werden. Dann würde 2010 mit denselben Importregeln gespielt werden wie bisher (und wie in Rest-Europa üblich), wobei die Klubs gleichzeitig an einem fairen, rechtlich haltbaren und von der ganzen Liga mitgetragenen Gentleman's Agreement für die Saison 2011 arbeiten könnten.
Hier gehts zum Gästebuch.
Veröffentlicht am:
10:40:12 03.11.2009
von Broncos_Redaktion
Letzte Aktualisierung
16:29:02 16.11.2009