Calanda Broncos gewinnen 11. Schweizer Titel

Die Calanda Broncos haben ihre Vormachtsstellung im Schweizer Football auch in der Corona-Saison 2020 behauptet: Die Bündner setzten sich im Endspiel des Fallcups in Winterthur gegen die heimischen Warriors mit 21:6 (7:0, 7:0, 7:0, 0:6) durch und schlossen die (kurze) Herbstsaison ungeschlagen mit dem 11. nationalen Titel der Klubgeschichte ab.
Die Winterthur Warriors, gestärkt durch den 35:9-Comebacksieg in ihrem Halbfinal gegen Basel, starteten mit grossen Hoffnungen in den sogenannten Fallbowl, konnten letztlich aber nur wenig gegen den Schweizer Rekordmeister aus Graubünden ausrichten. Vor allem gegen die starke Defense der Broncos, die schon in den beiden Spielen der Regular Season keinen einzigen Touchdown gegen Winterthur zugelassen hatte, kam der Gastgeber um Nati-Quarterback Richard Wartmann nur mit grössten Anstrengungen zu Raumgewinn. Im Gegensatz zu den Zürchern zermürbte der Bündner Angriff die Warriors mit ihrem bekannt starken Laufspiel und streute vor allem in der 2. Halbzeit auch immer wieder gefährliche Pässe ihres Headcoach/Quarterbacks Geoff Buffum ein.

14:0-Führung im zweiten Viertel

Nach einem frühen Touchdown der Broncos im Startviertel ereignete sich die letztlich vorentscheidende Szene im zweiten Viertel: Die Winterthurer hatten soeben ihre vielversprechendste Angriffsserie hinter sich, mussten sich aber kurz vor der Endzone mit einem Field Goal begnügen – dieses wurde allerdings von den Broncos geblockt. Auch wenn der Angriff der Bündner daraufhin nichts zustande brachte und den Ball wegpunten musste, drehte das Momentum umgehend, als die Warriors ihrerseits den Ball in der nächsten Angriffsserie fumbleten und den Broncos damit ausgezeichnete Feldposition ermöglichten. Das starke Laufspiel der Bündner über die Mitte öffnete nun auch Lücken in der Winterthurer Passverteidigung: Eine davon nutzten die opportunistischen Bündner zum zweiten Touchdown: Quarterback-Headcoach Geoff Buffum bediente seinen Tight End Marco Musio aus kurzer Distanz noch vor der Pause zum 14:0.
Bei strömendem Regen wurde der Final in der 2. Halbzeit zu einer immer schwierigeren Aufgabe für die Warriors, zumal die Broncos im Angriff immer vielseitiger und erfolgreicher wurden. Läufe über die Mitte (vor allem durch Erik Rageth) oder aussen rum (über Adrian Sünderhauf), kurze Screen-Pässe und tiefe Bomben (inbesondere auf Lukas Lütscher) brachten die Winterthurer immer stärker in Bedrängnis. Mit einem solchen weiten Pass von Buffum auf Lütscher sorgten die Broncos im dritten Viertel für die 21:0-Führung.

Broncos-Rekordliste wird immer länger

Im Schlussviertel wurde das Spiel nochmals gehässig, schliesslich ging es ja auch um den Schweizer Titel 2020. Am Ausgang des Spiels änderte sich aber nichts mehr: Die Bündner kontrollierten nun Zeit und Gegner und gestanden den Warriors erst in den Schlussminuten der Ehren-Touchdown zum 21:6-Schlussresultat zu.

Für die Calanda Broncos bedeutet der Triumph 2020 nicht nur der 11. nationale Titel, sondern auch der vierte in Serie. Die Rekordliste wird dabei immer länger: Seit 2008 haben sich die Bündner jedes Jahr für das Schweizer Endspiel qualifiziert und dabei in 13 Schweizer Finals zehnmal den Titel gewonnen. Lässt es die Corona-Situation nächsten Frühling zu, werden die Broncos 2021 im Jahr ihres 30-Jahr-Jubiläum versuchen, die eindrückliche Serie fortzuführen. Dannzumal mit einem neuen Spielmacher: Im Interview mit GRHeute vor dem Endspiel sagte Broncos-Headocach/Quarterback Geoff Buffum, dass er auf die nächste Saison hin wieder an die Seitenlinie wechseln werde: «Nach dem Final werden wir dieses Buch sofort schliessen und uns auf die Saison 2021 konzentrieren.» Mit sechs Siegen und dem Schweizer Cup-Sieg ist das Comeback des 44-Jährigen jedenfalls vollauf aufgegangen.