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Calanda Broncos


Newsroom

Es hat nicht sollen sein

Die Calanda Broncos haben das CEFL-Europacup-Endspiel in Chur gegen den österreichischen Meister Danube Dragons mit 14:27 (7:7, 7:7, 0:10, 0:3) verloren. Die Entscheidung fiel erst in der zweiten Halbzeit. Die Schlüsselmomente in zehn Akten.

Trotz garstigen äusseren Bedingungen pilgerten rund 1000 Footballfans ins Churer Stadion Obere Au, um das Endspiel der CEFL zwischen den Broncos und den Dragons live vor Ort mitzuerleben. Sie brauchten ihr Kommen zu keinem Zeitpunkt zu bedauern. Das bis fast zum Schluss spannende Spiel bot spektakuläre Plays und mehrere «Momentum Swings», die den Footballsport so einzigartig machen. Am Ende blieb auf Seiten der Bündner aber nur die Enttäuschung. Die Gäste aus Wien sicherten sich nach einer bärenstarken zweiten Halbzeit die Europacup-Trophäe. Das Drama in zehn Akten.

10 Schlüsselmomente der Europacup-Niederlage der Broncos

Akt 1: Wetterkapriolen vor dem Start

Eine Stunde vor dem Spiel schien das Spiel auf der Kippe zu stehen. Donner, Blitze und vor allem ein unbändiger Wind schienen ein Spiel fast zu verunmöglichen. Am Ende hatten die Wettergötter aber ein Einsehen. Der Wind und die Blitze waren rechtzeitig zum Spielbeginn weg, und obwohl es über weite Strecken regnete, hatte die äusseren Bedingungen keinen entscheidenden Einfluss auf den Ausgang des Spiels.

Akt 2: Blitzstart der Dragons

Bereits beim zweiten Spielzug des Abends riss Dragons-Star Madre London die Broncos über fast 40 Yards auf und erlief wenige Momente später den Führungstouchdown zum 7:0. Was damals niemand ahnte: Die Broncos Defense hielt den US-Running Back in der Folge in Schach – der Führungs-Touchdown sollte der einzige Offensiv-Touchdown der Gäste an diesem Abend bleiben.

Akt 3: Broncos holen Momentum zurück

Die Dragons hatten noch im Startviertel die Gelegenheit auf eine Zwei-Skore-Führung, scheiterten aber in einem vierten Versuch an der glänzend aufgelegten Broncos-Lauf-Defense. Die Bündner Offense schlug sofort zu: Robin Sennrich bediente seinen US-Receiver Max Gray über 65 Yards zum Ausgleich und verwandelte das Stadion Obere Au in eine Festhütte.

Akt 4: Broncos übernehmen die Kontrolle

Die Bündner mit ihrer stärksten Phase des Spiels eroberten nach drei Spielzügen den Ball zurück und arbeiteten sich mit einem schönen Drive übers Feld. Und wieder skorten die Broncos über Luft. Robin Sennrich bediente Adrian Sünderhauf – der noch am selben Nachmittag geheiratet hatte – zum 14:7. Die Euphorie auf den Rängen kannte nun keine Grenzen mehr.

Akt 5: Schocker vor der Pause

Die Broncos nutzten die Momentum-Welle umgehend mit einem Onside Kick und standen gleich wieder vor Danubes Redzone. Ein Penalty warf die Broncos aber aus der Field-Goal-Distanz. Und zum grossen Schock trug der Dragons-Passverteidiger Paul Schachner, der später zum MVP der Spiels ausgezeichnet werden sollte, einen weiten Passversuch im vierten Down über 98 Yards zum Ausgleich in die Broncos-Endzone zurück. Statt einer Zweiskore-Führung hatten die Gäste kurz vor der Pause – etwas schmeichelhaft – ausgeglichen.

Akt 6: Ein Rekord-Field Goal zum Start ins dritte Viertel

Die Broncos starteten unglücklich ins dritte Viertel und mussten den Ball umgehend abgeben. Die Dragons konvertierten nun mehr Pässe ihres österreichischen Nationalmannschafts-Quarterbacks Alexander Thury, vor allem auf den italienischen Passempfänger Andrea Serra. Am Ende übernahmen die Gäste mit einem sehenswerten Field Goal über 52 Yards zum 17:14 wieder die Führung.

Akt 7: Die Abwärtsspirale dreht sich weiter

Die Bündner Offense kam gegen die ausgezeichnete Wiener Verteidigung nicht mehr in Schwung. Zu allem Übel fumblete Marco Mahrer, der zuvor eine Interception für die Broncos-Defense gefangen hatte, bei einem Short-Yard-Run. Die Gäste nutzten die Chance: Fabian Raunig nahm den Ball auf und retournierte ihn über 35 Yards zum zweiten Defense-Touchdown des Abends.

Akt 8: Der Schock sitzt tief

Plötzlich lagen die Broncos 14:24 hinten – und die Offense stockte weiter. Mit dem Mut der Verzweiflung kamen die Broncos nochmals in Schlagweite, nach einem weiten abgefälschten Pass von Sennrich auf Gray standen die Bündner aussichtsreich vor der gegnerischen Endzone: Doch schon im nächsten Spielzug zerschlugen sich auch diese Hoffnungen, als Sennrichs Pass in die Dragons-Endzone erneut abgefangen wurde.

Akt 9: Nichts geht mehr

Die Broncos Defense hielt die Dragons auch in der Folge mehrheitlich in Schach, auch wenn die Kombination Thury-Serra immer wieder für entscheidende First Downs sorgte. Mehr als ein Field Goal zum 14:27 liess die Verteidigung aber nicht mehr zu. Der Bündner Angriff konnte sich aber nicht mehr gegen die nun überragende Gäste-Defense durchsetzen und ging in der zweiten Halbzeit leer aus.

Akt 10: Tränen der Enttäuschung

Am Ende verloren die Broncos das Finalspiel nach einer eigentlich starken Leistung gegen einen vor allem in der Defense bärenstarken Gegner. Die Enttäuschung nach einer grandiosen Europacup-Kampagne 2024 ist nun zwar gross, zu lange darf sie aber nicht anhalten. Schon am nächsten Wochenende findet das letzte Regular-Season-Spiel gegen Zürich statt, eine Woche später warten mit den Schweizer Playoffs die nächsten Herausforderungen.

Dieser Beitrag wurde am 23.06.2024 auf GRHeute veröffentlicht. Link zum Artikel

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